Mabon – The World is Bleeding 24.03.2019 - von Simi Dörig

Nach Jahren ruhigeren Jahren erheben sich Mabon wieder aus den Untiefen der Finsternis und lassen die Welt bluten!

The World is Bleeding

Vor 16 Jahren wurden Mabon im thurgauischen Dörfchen Matzingen neben Frauenfeld gegründet, wobei sie musikalisch noch in den 80ern steckend geblieben sind.
Mit harten Thrash Metal Klängen und finsteren Texten wurde gerade mal drei Jahre später 2006 Eye for an Eye auf die Welt losgelassen, dessen vier Tracks bei mir auch immer wieder gerne für rasante Fahrten in den Autoradio Player geschoben werden.
Zudem konnten sie durch den Sieg an den „Musicacts“ 2006 als Opener des OpenAir Frauenfelds einen riesen Erfolg verbuchen, auch wenn die Aufnahmen vom Sänger in Zwangsjacke leider von YouTube verschwunden sind. An die eher jüngeren Leser, das Festival war nicht immer der HipHop Müll von Heute und konnte früher mit u.a. Motörhead und Rammstein auffahren.

Weitere Erfolge liessen nicht lange auf sich warten, nach diversen Zweitplatzierungen und Auszeichnungen, behaupteten sich die Jungs 2008 bei einem DRS 3 (Heute SRF 3) Contest gegen 200 andere Bands und durften somit Slayer auf ihrem schweizer Unholy-Alliance-Tour Gig Supporten!
Somit erschien dann auch ihr erstes Album, Stampede of the Damned kam 2010 und führte die Härte der EP weiter: Thrash Metal Sound mit finsteren Texten, die die Vergänglichkeit des menschlichen Abgrunds anprangerten:
Desert War der diverse Kriege beschuldigte, Born to Die und anderes, vermischt mit ihrem „Ansturm der Verdammten“ brachten sie Live eine Mischung aus Gänsehaut und Euphorie auf die Bühne.

Dazwischen folgte sogar noch 2017 eine Single Auskopplung mit des Pedo kirchenkritischen Songs „Helpless Godless“!
Dazu noch 2011 ein kurzhaariges Simi das, mit blauen Flecken und Kater von Lamb of God Vorabend, in den A_nker Frauenfel_d gezerrt wurde, da dort irgend so ne Lokalbänd aufspielen würde, doch das sind andere Geschichten.

Doch derweil wurde es zunehmend ruhiger, der jährliche traditions Anker-Frauenfeld Gig wurde gespielt, es folgten noch Auftritte am HarVest_, Rock the Hell sowie kleinere Haupt- und Support Konzerte.
Doch abgesehen von ein paar neuen Live Songs und einem Rekord Gitarristen verschleiss, gab es die letzten Jahre nicht viel Neues.

„Leider waren die Umstände nicht immer glücklich und durch die zu vielen internen Wechsel wurden wir immer wieder zurückgeschlagen.“

Meint Sänger Roger „Badi“ Badertscher dazu, der neben Drummer Tommy noch als letzte Gründung‘s Mitglieder übrig blieben.

Doch jetzt soll es endlich so weit sein, das neu geformte Thrash Quintett haut ihren zweiten Langspieler aus den Rohren and…

1. This World is Bleeding
Nicht so explosiv wie das letzte Album, sondern eher langsam blutend startet der Track, bis dann die Vocals einsetzen und gleich auf den Punkt kommen:
Die Welt rast auf ihren Abgrund zu, während die Menschheit ihr dahinsiechen einfach verschläft, ein gewohntes Thema der Band.
Abwechslung zwischen Gitarre, Growls und Screams mit harten Riffs und einer schnellen Spielart, katapultieren einen in das neue Werk von Mabon hinein.

„War, fire, disease, hate Terror, oppression, lies, fate“

2. In the Name of God
Ebenfalls mit einem langsameren Intro startet die Band mit ihrer göttlichen Nachricht, Religion ist Mord!
Kritisch zu allem was gerade in der Welt „Missioniert“ wird und durch welche Lügen Menschen getötet werden, lässt einem der Song eine Mischung zwischen Nackenschmerzen und entspannenden Gitarren Part durchleben.
Dazu ein kleines Stücken saure Galle, wenn einem im ruhigen Bridge Teil die IS Nachrichten von letzter Woche wieder in den Sinn kommen.


3. Death Kiss
Der längste Track der Scheibe wartet auch wieder mit 90sec Instrumental auf, was mir mittlerweile ein wenig Auffällt, da in früheren Alben mehr direkt raus geballert wurde.
Jedoch nicht weniger hart brettert Badi hier eine eher ungewöhnliche „Liebesgeschichte“ raus, genau genommen dreht sich der Text um eine sogenannte Succubus.
Der rhythmische Refrain wechselt mit harten Growls, Background Gesang und Gitarren Riffs, dazu Mord, Lust und blutgetränkte Laken, so gefällt mir das.

4. Die
Melancholie, können die Jungs sowas eigentlich? Ein wenig erinnern die ersten Zeilen schon ein daran, bis der Thrash Button wieder auf Max. gedreht wird.
Wald, Schatten und nen hasserfüllter Typ, was in jedem Horror Film aufgeht, wird auch bei Mabon ordentlich untermalt, auch wenn der Song eine Interpretation zwischen Mord und Selbsthass zulässt.

5. Hero
Hier drückt der Hass auf das System wieder durch, welchen man auch schon bei Stampede in einigen Tracks raushörte:
Tote Revolutionen, die Manipulation durch das Fernsehen und die Verblödung werden hier der Gesellschaft auf gute, alte Mabon Art in die Fresse gedrückt und gleich noch mit der Gitarre hinterher geschreddert.

6. God of War
Auch wenn der Titel, das ganze Blutvergiessen und Rachegelüste schwer auf das PlayStation Spiel hindeuten, reden wir in diesem Fall nicht von Kratos.
Sonst wird diesmal ohne langes Intro gleich richtig aufs Gas getreten:
Götter, Halbgötter und blutige Rache werden durch die Strophen geprügelt, der Refrain und die Bridge fallen dafür ruhiger und mit Background Gesang aus.

7. Village of the Damned
Zu diesem Stück fallen mir jetzt mehrere Horror Film Referenzen ein, auch wenn es keine Parallelen zum Vorgängeralbum gibt.
Auffallend ist vor allem der Riff am Anfang, sonst muss zugeben dass es nach meinem Geschmack ein eher schwächeres Stück ist.

8. Reality
Gegen Ende des Albums darf natürlich ein Frontalschlag gegen die neueren Abgründe des Social Media nicht fehlen.
Hier wird die Sinnlosigkeit und Verdummung der Like Sucht und Selbstdarstellung angeprangert, natürlich mit der altbekannten Härte der Band.

Open your eyes, wake up from those lies

9. Agro
Genau so wie der Titel, fühlt sich der Abschluss auch an:
Aggressiv, Fluchend und gleich auf 180 rauf gibt die Thrash Truppe noch einmal alles, während Wut und Hass freien Lauf gelassen wird, ohne Zweifel der härteste Track des Sets und auch einer meiner Favoriten.
Genau mit dieser Energie und der Härte habe ich die Band vor 8 Jahren kennen und Schätzen gelernt, denn hier beweisen sie, dass sie „Drauf Knallen“ können wie wenig andere!

There is no Forgiveness You lifeless, Fucking creep
There is no Maturity There is none, You fucked it up!

FAZIT
Das lange Warten hat sich gelohnt, The World is Bleeding kommt als eine geballte, der Gesellschaft in die Fresse, Trash Metal Faust daher!
Gitarre, Bass und Drums Prügeln die meistens direkt ein, können aber Zeitlich auch melodische Parts übernehmen was einen erfrischenden Rhythmus in die ganze Sache bringt.
Sänger Badi ist wieder voll in seinem Element: Die Mischung aus Growling und klarer Stimme lässt die wichtigen Texte mit Nachdruck verhallen, ohne unverständlich zu werden.
Die seit neuem mehrfach Verwendeten Background Vocals runden das ganze somit noch ab und dafür gibt es von mir 8/10 blutende Welten!

Wer noch mal eine Schippe drauflegen will, soll sich die Band Live geben, am besten gleich am 30.3.19 im Ölfleck Frauenfeld zum Release Konzert!

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