Infinitas - CIVITAS INTERITUS 03.05.2017 - von Simi Dörig

Melodiös und doch hart kündet das Erstlingswerk von Infinitas in einer liebevoll gestalteten Geschichte von der dämonischen Zerstörung der Stadt Lunatirs!

CIVITAS INTERITUS

1 ½ Jahre und eine Crowdfunding Kampagne nach Self Destruction bringt die Innerschweizer Band Infinitas (lat. Unendlichkeit) ihr erstes „chächs“ Album zur Welt:
CIVITAS INTERNITUS; zu Deutsch Stadt der Zerstörung, ist ein 66min langes Konzeptalbum das in einem schönen, mittelalterlich malerischen Design daher kommt und mal mit harten, wie auch weicheren Tönen eine Geschichte erzählt.

Infinitas selbst wurden 2009 Muotathal gegründet, gelegen im schönen Kanton Schwyz und bekannt für das Mountains of Death, sowie später HarVest Festival wobei die Band für die Entstehung letzteres verantwortlich ist.

Melodic Thrash Metal nennen sie ihr Subgenre, was man auch heraus hört da sie mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Violine sowohl richtige Thrash Elemente wie auch Melodie und gemütlichere Abschnitte in ihren Liedern vereint haben.
Nachdem sich in den letzten Jahren einiges an der Besetzung geändert hat stehen jetzt 3 Jungs und zwei Mädels auf der Bühne wobei der Gesang meist aus weiblichen Kehlen dringt aber trotzdem eine Wucht auf die Bühne bringt, was vor allem an der Frontfrau Andrea liegt.
Der letzte Wechsel war im Okt 2015 der Austritt von Joëlle mit der auch die Violine verschwand, diese wird auf dem Album von der Session Musikerin Hannah Landolt vertreten.
Auch als Gast Musikerin im Album ist Laura Kalchofener vermerkt, die in einigen Liedern mit Back Vocals mitwirkt, im Verlaufe der Album Produktion aber ein fester Bestandteil der Band wurde und ihre E-Flöte gleich mitbringt.

Wie schon angesprochen ist das Album sowie Homepage Design in ein einer malerischen Mittelalterkarte der fiktiven Stadt Lunatris festgehalten, die von Dämonen verwüstet und zerstört wird, ohne Hoffnung auf Rettung oder Gnade.
Auch das Cover Artwort sowie die Gestaltung zeugen von viel Liebe zum Detail und sprechen mich als regelmässiger Mittelalter Markt Gänger einfach an.
Doch sollte man sich von der Lieblichkeit und der malerischen Landschaft nicht täuschen lassen, denn in 10 Kapiteln geht es um alles andere als eine putzige Märchenwelt:
Alle Liedtitel tragen die Namen der Dämonen aus verschiedenen Mythologien die jeweilige Orte auf der Karte heimsuchen, in denen der unbekannte Protagonist eigentlich versucht Schutz von dieser Unheiligkeit zu finden.
Da ich ein grosser Freund solcher Sagen bin habe ich gleich auch noch die Wikipedia Artikel der Wesen im Titel verlinkt und die Tracks wie im Album mit Kapitel und röm. Zahlen beschriftet, wer letztere nicht kennt; Google ist dein Freund ;)

Chpt. I The Die is Cast
Das Intro des Albums und überraschenderweise in Mundart gesprochen, was in Kontrast zu den rein engl. Musiktexten der Band steht und uns in einer kleinen Geschichte auf das kommende Vorbereitet sowie sich in das Frontcover einbindet, wie der Protagonist vom Stadttor auf den Marktplatz blickt.

„Do chunt Tüüflswärch uf üsäs Heimä zue!“


Chpt. II Alastor
„He is called Alastor, the demon of disaster“ und schon dreht das Album zu voller Geschwindigkeit auf.
Meist mit klarem Gesang und einigen Growl Elementen stehen hier Gitarren und Schlagzeug Parts im Vordergrund, was mit einem einprägenden Refrain des Dämons unterstrichen wird.

Chpt. III Samael
Passend zur heiligen Dreifaltigkeit einen bekannteren Nemesis der alten Schriften: Samael und nach einem kleinen Einspieler geht die Thematik von Tod und Zerstörung passend weiter.
Vor allem der Refrain von Andrea bringt dieses Lied mit der männlichen Background Unterstützung gut auf den Punkt und ist für mich der Höhepunkt des Albums.



Chpt. IV Labartu
Eher melodisch, fast schon schleichend beginnt dieses Lied genau wie der schleichende Tod den dieses Lied behandelt, namentlich der Pestgöttin Babylons.
Nach guten 3min Intro fängt dann auch der Gesang an, bei dem man wieder die Abwechslung zwischen Metal und Melodic hört und mit 8min eines der zwei langen Lieder des Albums ist.

Chpt. V Aku Aku
Ein ruhigeres, meist instrumentales Zwischenstück bei dem die Geige den Ton vorgibt und sich zeitweilig mit der Gitarre und einem hohen weiblichen Chorgesang abwechselt.

Chpt. VI Skylla
Gleich vom letzten Lied übernimmt hier nahtlos von den Wellengeräuschen zur Gitarre und zeugt von einem Seeungeheuer, dass sich am Ufer niedergelassen hat und den Weg zum rettenden Horizont verwehrt.
Das Stück setzt eher auf Instrumente als auf Gesang was in einem längeren, melancholischen Abspann mündet und letztendlich zu Wirtshaus Geräuschen wird.

Chpt. VII Rudra
Auch wieder nahtlos von der Schenke startet Rudra mit den Worten „Everything is needed, but at the wrong time it’s a plague“
Durchgehend mehr im Thrash Bereich wird hier eine bedrohliche Atmosphäre geschaffen was mit schnellen Violinenstrichen und Gitarre unterstützt wird.

Chpt. VIII Morrigan
Ungewohnt langsam beginnt der achte Track des Albums, nimmt dann langsam mit mystischen Klängen aus einem Sampler sowie Gitarre Anlauf, bis nach knappen zwei Minuten ein schnellerer Übergang einsetzt, der mich irgendwie an Alestorm erinnert.
Vor allem auffallend an dem Lied über die „Grosse Königin“ ist die gut eingebrachte zweite Frauenstimme, die einem beim Refrain ein Schaudern den Rücken fahren lässt.

Chpt. IX Amon
Nein nicht hart wie Amon Amarth sondern ganz melancholisch zeigt sich das letzte Lied des Albums und zieht zu einem grossen Teil langsam durch den Wald des Landes, was so auch mit 8:25min den längsten Song der Scheibe darstellt.

Chpt. X A New Hope
Wie schon bei Track eins geht es wieder auf Mundart um den Protagonisten, der als einziger die acht genannten Schrecken des Konzeptalbums überlebt hat und versucht zu fliehen. Wer wissen will wie die Geschichte ausgeht wird sich die CD kaufen müssen, ein kleiner Tipp ist ja schon das Backcover!

Wer wie ich vergessen hat weiter zu schalten wird dann nach 5min Wellengeräuschen noch mit dem Bonus Track belohnt, bei 9:40 bekommt man Samael mit der E-Blockflöte von Laura auf die Ohren was mir fast besser gefällt als das Original!

FAZIT:
Mit der Vermischung der Gegensätze Thrash Metal und Melodic erschaffen Infinitas etwas Besonderes, das auf ihrem Debüt Album CIVITAS INTERITUS mit apokalyptischen Texten richtig zu Geltung kommt!
Wer schon immer die Abwechslung zwischen harten und mystischen Klängen suchte, dazu dämonische Geschichten mag und den einen oder anderen Gänsehaut Moment mit den weiblichen Stimmen geniesst, sollte sich das Album unbedingt holen!
Von mir gibt es dafür 8/10 babylonische Dämonen!

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