Feuertanz Festival auf Burg Abenberg 28/29.6.19 28.05.2019 - von Simi Dörig

Mehr Metal als Mittelalter dieses Jahr, doch auf zum Tanz: Es spielt auf zum Feuerschwanz,,, ehm Feuertanz! Auch wenn Met und Miezen trotzdem Anwesend sind.

In dem kleinen Städtchen Abenberg, genauer gesagt in der 1000 Jahre alten Burg, die auf dem Hügel in der Stadtmitte steht.
Doch was ist es genau, dass mich meine Raubzüge jedes Jahr wieder in das 350km entfernte Abenberg bringen?
Die einmalige Location auf der Burg? Die ertragreichen/plünderbaren Campingflächen in und um die Stadt? Die Piraten, Wikinger sowie Rittersleut, die ich jedes Jahr da treffe oder die gut mit Met und Miezen gefüllte Schatzkammer, die ich leider immer noch nicht gefunden habe?
Es wird eine Mischung von alle dem zusammen sein, auch da für mich ziemlich Genre ausgerichteten Pagan Metaler / MPS-Gänger jedes Jahr genug Bands auf dem LineUp sind.
Zudem ist das Feeling des Festivals einfach super, mit guter Versorgung der Gäste sowie einem Veranstalter, der sich auf das Wetter super vorbereitet, sei es wie bei der Notevakuation beim Sturm 2016 oder der Hitzewelle 2017, die mit Wasserspendern sowie Feuerwehrschlauch-Duschen vor der Bühne.

Camping

Die Camping-Regeln könnt ihr gern HIER auf der Homepage nachlesen, ich will in diesem Teil hier nur auf die Live-Erlebnisse aufmerksam machen.
Das Camping kostet euch zuerst einmal noch 15 Euro mehr, das dazugehörige Bändchen solltet ihr dann auch holen, sobald ihr euer Zelt aufgeschlagen habt. Auf dem Weg zum Ticket-Stand wird euch dann bestimmt schon mal die Atmosphäre auffallen (ausser ihr seid so früh dran, dass noch keine Sau da ist).
Ihr seid mitten oder gleich am Rand der Siedlung, habt einen traumhaften Ausblick, genug WC-Wagen/Dixis und sogar einen Zuber mit Getränkeservice auf dem Gelände (reserviert den aber genug früh!).
Zum Einkaufen findet ihr kleinere Läden sowie einen EDEKA in der Nähe. Die lokale Feuerwehr stellt euch sogar für eine 2-Euro-Spende ihre Mitarbeiterdusche zur Verfügung;
Öffnungszeiten bitte vor Ort beachten, ich bin Wikinger, ich war da nie... Mir reicht ein Kanister aus den Zeltplatz-Wasserstellen oder einfach ein Platzregen, aber die Mädels, die trotzdem gingen, schwärmten vom durchgehend warmen Wasser.

Habt ihr euch dann gerüstet (Ja, ihr kommt da in Rüstung rein, Waffen einfach komplett stumpf und gesichert) geht‘s los in Richtung Luginsland (so heisst der 33m hohe Turm) durch die Altstadt hindurch, was einen kleinen Spaziergang samt Aufstieg des Burghügels beinhaltet und dank der Orientierungshilfe ziemlich einfach zu bewältigen ist.
Eine ganz andere Geschichte ist es dann einfach, wenn ihr blau wie das Meer, voll wie ein Laderaum und breit wie die Är... ehm, einfach nicht mehr ganz nüchtern zurück zum Zelt finden wollt; doch sogar ich Schnapsdrossel hab das ganz alleine im Mondeslicht geschafft (Klar, mit kleinem Extra-Umweg über naheliegenden Gasthof, aber voll war der Mond und noch voller war...).

Burg Abenberg

Eines der besten, wenn nicht sogar das beste Festivalgelände, dass ich kenne:
Auf dem Aussenhof findet ihr die Bühne, einen gossen Platz zum Stehen, eine seitliche Steintribüne mit Blick auf das Konzert, eine Schwanz-Schwanz-Bar (engl. auch CockTailBar genannt) sowie im hinteren Teil Kloanlagen und natürlich Getränkestände.
Ein wenig weiter die Burg hinauf stosst ihr auf einen kleinen Garten, in dem die Merch-Stände untergebracht sind. Es ist üblich, dass der eine oder andre Künstler dort herumlümmelt und, ich zitiere hier einfach mal Knasterbart, „sich trotz internationalem Super- Status Getränke von Euch ausgeben lässt und Eure Brüste signiert.“ Natürlich passend gleich noch mit angrenzender Taverne, die Signierstifte aber besser selber einpacken.

Dann, ganz oben in der Burg, gibt es eine Vielzahl von Marktständen mit mittelalterlichen Waren, Spanferkel, andere Leckereien, den Burgsaal und, wer hätte das gedacht, noch mehr Flüssigstände, um eure Laune (und andere Dinge) zu heben! Auf der Burg wird jetzt wirklich niemand verdursten...

Programm

Das für mich eher fragwürdige Programm dieses Jahr (Neutrale Schweizer Berichterstattung und so) bietet doch das eine oder andere Highlight, also schauen wir uns vor allem die Headliner und Geheimtipps an. Auch wird jede Band noch von einem anderen Künster Angekündigt, was meist auf ziemlich witzige Art und Weise geschieht. Leider sind diese Ansprecher Ende Mai immer noch nicht bekannt.

Saltatio Mortis

Naja SaMo… Eine der ältesten und bekanntesten Mittelalter-Rock-Bands, die es gibt, Lieder wie Wachstum über alles, Früher war alles besser und Eulenspeigel gefallen mir zwar, trotzdem kann ich mit der Band und den Über-Fans nicht allzu viel anfangen.
Im Gegensatz zu meiner Meinung sind sie aber ziemlich erfolgreich, Zirkus Zeitgeist landete sofort auf Platz 1 der Deutschen Albumcharts und erhielt die Goldene Schallplatte. .
Auch Brot und Spiele von letztem Jahr ging durch die Decke und landete sofort auf dem ersten Platz, jedoch fand ich das begleitende Cover von Powerwolf -We Drink your Blood ziemlich peinlich.

Eluveitie

Ich bin ehrlich zu euch, ich weiss nicht, was diese Band da zu suchen hat:
Klar klingen die ersten Alben noch nach Celtic, jedoch nach Everything remains as it never was fielen sie bei mir durch. Die Band war bereits im Herbst schon Headliner eines Pagan/Black Open Airs, was in eine komplett andere Richtung geht.
Liegt es daran, dass ich Eluveitie noch als unbekanntere Band vom 2010 in Erinnerung habe? Dass man als Schweizer irgendwann einfach eine Überdosis ihrer Omnipräsenz hat? Oder werde ich einfach nur alt?
Mit ihrem aktuellen Album Ategnatos sind sie dieses Jahr neu durchgestartet, nachdem sie durch einige Besatzungswechsel hinter sich hatten. Einigen wird noch das „Sie haben 3 Musiker verloren“ Drama 2 Monate vor dem Feuertanz 2016 in Erinnerung sein.
Vielleicht gebe ich ihnen seit langem wieder einmal eine Chance, vielleicht Besaufe ich mich wie vor 3 Jahren auch einfach auf der Burg, lassen wir die Götter entscheiden. (Neutrale Berichterstattung und so)

Feuerschwanz

Meine erste Mittelalter Band, Hauptmann und „Hodi“ haben es einfach drauf. So ziemlich der Klassiker der Mittelalter-Szene! Trinklieder wie Wir lieben Dudelsack oder auch Balladen wie diese machen auf jeden fall gute Stimmung, Witze und ein folkiger Sound! Das ist der Hauptmann und sein geiler Haufen!
Während die ersten Alben noch komplett im Mittelalter waren, hat sich die Band weiterentwickelt, ist aber zum Glück nicht weniger Spassig geworden und hat ihre Musik mit u.a. Dudelsack, Stromlaute und Flöten beibehalten.
Nur ihren fünften Silberling: Walhalligalli fand ich nicht so passend, was aber Auf’s Leben und ihr SEX IS MUSS wieder ausbügelten.
Die aktuelle Scheibe Methämmer liess sie dazu noch mehr oder weniger brachial Schleichend in die Metalszene driften, meine Reviews zu den Scheiben findet ihr in den Links.

Versengold

Denn alten „Lustige Spielmannstruppe“ Text kann ich hier endgültig in die Tonne treten, Versengold wurde „Erwachsen“, genauer gesagt haben sie die Mittelalterszene eigentlich schon verlassen. Deutsch Folk heisst ihr neues Konzept, viel Altertümliches ist da nicht mehr dabei und auch Visuell steht da keine bunte, zerlumpte Spielmannstruppe auf der Bühne.
Der alte schelmische Charme fehlt, doch sonst startete die Bremer Truppe rund um Malte Hoyer richtig durch! Zwar wurden die Texte im allgemeinen ernster und politisches wurde zeitgerechter Aufgegriffen. Ein paar Balladen gehörten schon immer zum Abwechslungsreicher Repertoire von ihnen, jedoch liessen sie die „Gute Laune und Feier Stimmung“ alles andere als Lumpen.
Auf der noch aktuellen Scheibe Funkenflug gab es da zum Beispiel den irischen Trinkerhit Verliebt in eine Insel, Niemals sang- und klanglos und für die am 28.6 erscheinende Nordlicht kam letztens das Thekenmädchen raus.

Tir Nan Nog

Als mich eine Kollegin von mir am Feuertanz 2016 noch aus dem Zelt gezerrt hat, um mich in den Burgsaal zu schleifen, hätte ich nicht geracht dass die Nacht noch so gut wird. .
Denn neben dem hübschen Mädel spielten da Tir Nan Nog als Mitternachts Konzert auf, die mit ihrem frischen, schnellen Irish Sound noch eine riesen Party feierten.
Bennant nach dem keltischen Anderswelt und nicht nach der SuperRTL Serie (wer sie noch kennt: Glückwunsch, du bist Alt) sind sie ihren Wurzeln treu geblieben obwohl das aktuelle Werk From the Gallows düsterer und aggresiver wurde.
Vor allem freut es mich, dass sie es verdient vom Keller auf die Hauptbühne geschafft haben! .

Gossenpoeten

Leider wieder “nur” als Walking Act unterwegs, hatte mich dieser Dreier (hehe) letztes Jahr direkt Überzeugt, sodass ich mir gleich ein Album, sowie ein Review zu ihrem Nah am Folk gegönnt habe.
Mittlerweile als Quartett und nicht mehr als Trio unterwegs, werden sie den ganzen Freitag über die Burg ziehen, um sich die nächste Runde andere Taverne zu erspielen.
Mehr Infos findet ihr in dem verlinkten Bericht von mir!

Trollfaust

Sowohl Freitags auf der Bühne, wie auch Samstags als Marktmusik werden uns die brachialen Trollfaut eine reinzimmern! Für einen Review ihrer ersten Scheibe Totenkult hat es mir letztes Jahr leider nicht gereicht, dafür wär ihr Konzert in Feuchtwangen umso Epischer!
Stellt euch auf urtümliche Trollrythmen mit viel Trommeln und Dudelsack, sowie ein obszönes Vokabular ein, denn SAUFT IHR MADEN!

Weitere Bands im Überblick


Freitags im Burgsaal spielen zum Mitternachts Konzert noch Fatzwerk, sowie Samstags wie gesagt Trollfaust auf!

Zudem werden die Gossenpoeten Freitags als Walking Act unterwegs sein, Darth Polly dann am Samstag


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DAS FEUERTANZ IST AUSVERKAUFT!


DIE FESTIVAL SPECIAL SENDUNG FINDET AM 5. JULI 2019, VON 20-22 UHR AUF RADIO HELLVETIA STATT!