AAARGH Festival in Leutkirchen 15-17. Juni 2017 22.05.2017 - von Simi Dörig

Ist euch das Wacken zu gross, Greenfield nicht hart genug oder das Hellfest zu französisch? Dann kommt auf einen kleinen Bauernhof im bayerischen Allgäu zum AAARGH!

In der beschaulichen Ferienregion Allgäu liegt ausserhalb von Leutkirch ein kleiner, muckeliger Bauernhof auf dem jedes Jahr das Folk im Allgäu und eine Woche davor/dannach das AAARGH Festival statt finden!

Über letzteres bin ich anfang 2015 gestolpert als Gernotshagen ihren Gig dort bestätigt haben und ich aus Erfahrung schon murrend das Festival mal suchte, weil die Band meist eher nördlich in Deutschlands spielt.
Umso überraschter war ich, als Google mir nur 90min Fahrt ausgespuckt hat und das auch nur weil ich von der Schweiz her einmal um den ganzen Tümpel an der Grenze herum fahren muss.
Also mit dem LineUp und der Nähe nicht lange überlegt, auf die Kumpels verzichtet die dachten sie hätten besseres zu tun und alleine auf ein unbekanntes Festival gefahren:
Hätte ich das damals bereut, würde ich jetzt nicht diesen Text schreiben!

Das AAARGH ist weit weg von Massenevents wie dem Wacken, Greenfield sowie Wolfszeit (auch wenn dort AAARGH Plakate Kleben und ich per Zufall den Veranstalter getroffen habe) oder anderen Events die zu tausenden Besucht werden.
Man sucht eine nahe Shopping Meile, grosse Attraktionen und riesige Bühnen mit Menschenmassen genau so vergebens wie lange Warteschlangen, ermüdende Marschwege zum Gelände oder überteuerte Getränke.
Mitten im nirgendwo zwischen ein paar Wäldern und Wiesen kann man 5min vor seiner Band aus dem Zelt purtzeln, die paar Meter zum Eingang noch kurz die nahen Kühe auf der Weide Grüssen und sich für günstige 2.50Euro (soweit ich mich erinneere) kurz nen halben Liter Bier holen und ohne Stress einen guten Platz vor der Bühne finden!
Ich finde sowas einfach geil!

Ein Metal Fesival auf das nötigste reduziert:

  • Überschaubarer Campingplatz
  • Merch-sowie CD Stand für die Bands
  • Festwirtschaft zu wirklich fairen Preisen inkl Met und Spanferkel
  • Eine gemütliche Bühne in einer halboffenen Scheune
  • Ne kleine Dusche wie ein Bergquell (kalt und ohne druck) die aber super ist um Morgens wach zu werden und sich das Schweineblut von Askeroth (Nachtblut) aus dem Gesicht zu waschen.
  • Sowie an heissen Tagen eine kleine Badewanne wo so mancher angetrunkene Metalhead zum kleinen Planschkind wird um sich abzukühlen

Kurz gesagt das AAARGH ist ein kleiner, fast schon familiärer Anlass der eine willkommene Abwechslung zu Bühnenstress und Menschenaufläufen anderer Festivals bietet und auch wenn man, wie ich damals alleine angereist ist, vergehen keine 2 Bier (ca 30min) bis man irgendwo in eine Runde eingeladen wird um mit einem "Drölferwürfel" und Schnäpsen ein neues, selbstgebasteltes Trink Brettspiel zu testen.. und das um 10Uhr in der Früh!

Doch wie geil auch die Lokation und das Festival an sich ist, ohne eine gute Mischung aus Bands ergibt so ein Event wenig Sinn, also kommen wir zum LineUp das von Pagan, über Thrash. bis Death und Black etwas für jeden Metalhead zu bieten hat!

Belphegor

Da Nargaroth alle Konzerte im Juni abgesagt haben, wurde kurzerhand ein anderer bekannter Name aus der Black Metal Szene als Headliner geholt:
Benannt nach einem Dämon des Mittelalters, spielt diese österreichische Band Belphegor eine Mischung aus Death und Black Metal. Gesungen wird über Gewalt und Blasphemie, wobei die Kirche und andere Religionen als Werkzeuge dargestellt werden, um die Menschheit zu knechten. Belphegor sind dabei allerdings nicht als Satanisten zu verstehen sondern wie der Sänger betonte „Feinde des Kreuzes“
Auch die Folgende Aussage beschreibt die Band sehr gut:

„...Titten, Tod und Teufel zu BELPHEGOR gehören, wie das Amen in der Kirche“

Black Messiah

Mein Favorit der Festivals kommt aus dem Ruhrgebiet und hat vor 25 jahren mit Black Metal begonnen, dann aber ziemlich schnell auf Pagan Metal umgesattelt und sind jetzt einer der grossen Namen aus der Deutschen Pagan Szene!
Epische Geschichten aus der nordischen Sagenwelt, Trinklieder, Kampfeslust, Anprangerung der Pfaffen und ganze Konzeptalben machen diese Band für mich so einzigartig und jedes Konzert zu einem geilen Erlebnis.
Das 2009 erschienene Album First War of the World behandelt den ersten Wanenkrieg, erzählt von Verrat, Hinterlist, sowie Versöhnung und erhält nach 4 Jahren ohne Album, zwei Wochen nach dem AAARGH Festival eine Fortsetzung in Form ihres achten Studio Albums Walls of Wanaheim!
Ich hoffe auf eine menge neuer Lieder am Samstag!

Finsterforst

Diese Folk Metal Band aus dem Schwarzwald, woher auch ihr Name stammt, spielt vor allem auf Deutsch, wobei man klaren Gesang fast nirgends finden wird und die Texte sich auch im Laufe der Bandgeschichte geändert haben.
Anfangs wurde noch über die Natur gesungen, über die Erschaffung und Zerstörung der Welt, über das Konzeptalbum Rastlos, bis hin zu Mach dich Frei und #YOLO vom Anfang dieses Jahres, wobei ich mich immer noch frage wie sie auf letzteres gekommen sind! Mal schauen wie sie die Songs ihrer "Hipster" CD in die Show einbinden, ich bin gespannt, da ich sie leider schon länger nicht mehr gesehen habe.

Suidakra

Eine Band, auf die ich mich speziell freue, da ich sie bist jetzt nur einmal auf dem Heidenfest 2013 gesehen und am Ragnarök leider verpasst habe und sie das Wolfszeit 2016 kurzfristig absagen mussten. Aufmerksam auf sie wurde ich, als ich bei der Legacy Ausgabe, mit dem Interview zur neuen Amon Amarth Scheibe (kurz zum Bücherregal gewatschelt: Legacy 3/2013), eine Demo CD mit zwei Römern und einer Keltin darauf fand: Das Cover von Eternal Defiance!
Melodic Death Metal mit Celtic/Folk Einflüssen, so hat es mir diese Band einfach angetan und die letzten 3 Studioalben waren ziemlich schnell bestellt!

Silverbacks öf Death

Die Lokalmathadore des AAARGH Festivals, jedes Jahr auf der Bühne und am Bierstand sind die Silberrücken des Todes eine reine Cover Band die ihre eigenen Versionen von Holy Diver, Ace of Spades, Iron Fist und anderen Metal Legenden spielen, was verdammt Laune macht!
Natürlich nicht zu vergessen das eigens für's Festival umgedichtete „Fear of the Dark“ als „Bier aufm Aaargh!



Das Restliche LineUp im Schnelldurchlauf mit kleiner Hörprobe

Ticketpreise: Vorverkauf / Abendkasse

  • Wochenende € 39.00 / € 48.00
  • Donnerstag € 10.00 / € 10.00
  • Freitag € 15.00 / € 19.00
  • Samstag € 24.00 / € 29.00
  • Donnerstag + Freitag € 25.00 /
  • Donnertag + Samstag € 34.00 /

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DIE FESTIVAL SPECIAL SENDUNG FINDET AM 31. MAI 2017, VON 20-22 UHR AUF RADIO HELLVETIA STATT!

Flyer