AAARGH Festival in Leutkirch 14-16. Juni 2018 19.04.2018 - von Simi Dörig

Wisst ihr noch damals, als die Metal Events noch klein, familiär und ne Chance für Newcomer waren? Ihr könnt den Zeiten nachflennen oder ans AAARGH Festival kommen!

„Das Allgäu ist eine alpine Landschaft mit kulturellen und sprachlichen Eigenheiten“ sagt zumindest mal Wikipedia.
Über das „Alpin“ kann ich als Schweizer mal nur lachen, die Kultur und Sprache kenne ich nicht, da die meisten Leute, die ich da kennen gelernt habe teilweise extra weit aus dem Norden angereist sind.
Aber was ich seit 2015 kenne, ist dieser kleine Bauernhof bei Uttenhofen neben Leutkirch, auf dem jedes Jahr der südliche Geheimtipp namens AAARGH Festival statt findet! Ob es mittlerweile noch ein Geheimtipp ist, lässt sich wiederrum bezweifeln, da des letztes Jahr zum ersten mal SOLD OUT war, nochmals herzlichen Glückwunsch meinerseits an den Veranstalter.

Dieses kleine Festival besteht gerade mal aus dem nötigsten was man braucht:
Eine kleine Bühne in einer Scheune, eine Bar die schnell und günstig ne gute Auswahl serviert, eine Reihe Merch Tische direkt an den Fest Bänken angeschlossen, zwei Sanitäre Anhänger, eine kalt-quellfrische Dusche mit dem passend fehlendem Wasserdruck (ja so wird man Morgens wach) und einer Badewanne für den Plantschespass bei muspelheimischen Temperaturen.
Zudem habe ich letztens noch Bilder gesehen, wie sie im April den halben Zeltplatz aufgerissen haben, um eine Leitung für einen zweiten WC Wagen weiter auf der Wiese aufzustellen.

Aber mal ehrlich, will ich im Eintritt ein Wrestling Zelt mitbezahlen, das mich nicht interessiert? Von einem Dutzend Branding Ständen auf dem Weg zur Bühne beworben werden oder nen langen Weg durch Camps, Attraktionen und Kontrollen haben, bis ich vor der Bühne stehe?
Wir reden jetzt gar nicht mal von den ganzen Mittelalter Märkten die überall auf einmal aufta… naja mir als Pagan mit Wurzeln zum Mittelalter gefällt das natürlich, aber einem reinen Death, Heavy oder Thrash Metaler gehen die langsam auf den Sack! Das Aaargh bietet da einfach das wichtigste aus dieser Sparte: Met und Spanferkel!
Soviel es mir noch im Kopf ist kann ich an dieser Stelle nur die Reduzierung letztes Jahr von zwei auf einen Klowagen auf der Campingseite bemängeln, was ja jetzt mit dem zweiten Wagen mitten im Camplatz mehr als nur wett gemacht wird.

Zusammengefasst:
Das Aaargh hat genau das Angebot, dass den Punkt auf das Festival selbst legt, mit fairen Preisen an Eintritt und Bar, kurzen Wegen vom Camping aus zur einzigen Bühne und vor allem eine richtig familiäre Stimmung, da man nach 3 Tagen gefühlt mit jenem schon mindestens 2 Bier getrunken hat! Dazu kommt ein komplett durchgemischtes Line-Up, dass so vielen Newcomern eine Chance bietet und auch mich jedes Jahr neue Bands entdecken lässt!

Kommen wir also zum Hauptteil des Festivals, nein nicht wie und wo ihr euch besaufen könnt, dann bleibt bitte Zuhause oder im Zelt, jetzt geht es um die Bands!
Aufgrund der Länge dieses Beitrages werde ich hier vor allem auf die Headliner und meine Geheimtipps eingehen:

Grave Digger

Natürlich ein riesiger Name in der Szene und mit bald 50 Jahren Bestehen nicht nur ein alter Hase, sondern ein Platzhirsch in Running Orders grösserer Metal Festivals. Ich war ehrlich gesagt ziemlich überrascht, als sie für das „kleine“ Aaargh bestätigt wurden.
Mittlerweile 19 Studio Alben sowie diverse Chart Platzierungen sollten für diese fast schon legendäre Heavy/Power Metal Band aus Deutschland sprechen.
Zu meiner eigenen Schande muss ich jetzt gehstehen, dass ich sie (ausser evtl. unbewusst in Wacken) noch nie Live gesehen habe, was ich dieses Aaargh definitiv nachholen werde, auch wenn die kleine Scheune mit der Bühne voller sein wird als ich bei Black Messiah letztes Jahr!

Harakiri for the Sky

Noch relativ neu (ja im Gegensatz zu Grave Digger ist alles jung) besteht Harakiri nur aus zwei Personen: Einen am Gesang und der andere an den Instrumenten, wobei letzteres noch von Bifröst stammt (Ja ich bin immer noch nicht über ihre Auflösung hinweg gekommen).
Anyway, die aus Salzburg stammende Post Black Metal Band haben dieses Jahr mit Arson ihr drittes Studioalbum abgeliefert, das es sogar in die Deutschen und Österreichischen Charts geschafft hat. Die vermehrt düsteren Texte und teils leicht melancholischen bis fast schon depressiven Parts wechseln sich mit Blastbeats und Gitarrenriffs ab, passend zum Bandnamen Harakiri, was in der japanischen Samuraikultur die rituelle Selbsttötung beschreibt.
Jedoch darf man die Band nicht gleich ins Suicidal Black Metal Genre abstempeln, da nach eigenen Aussagen die Lyrics mehr melancholisch als suizidal gemeint sind, um die negativen Gedanken zu kompensieren, „weshalb man das Textkonzept hinter Harakiri for the Sky durchaus als ein autobiographisches verstehen könne“.

Parasite Inc.

Hier bekommen wir eine Melodic Death Metal Band aus Deutschland um die Ohren. Seit 2007 unterwegs haben Parasite Inc. bisher zwar nur eine Demo sowie ein Album veröffentlicht, letzteres bekam aber 2013 ausgezeichnete Kritiken der Presse und konnte sich mehrere Wochen in den Top30 der Metal-Rock Charts halten.
Da sie selbst ihr ganzes Album auf YouTube gestellt haben, konnte ich es mir mal durchhören und muss sagen, dass sie definitiv mal ein Vorbeischauen an der Bühne wert sind, falls ihr auch einmal rein hören wollt, findet ihr das Video auf ihrem Kanal, von dem auch das Musikvideo unten ist!

Nothgard

Zu meiner Freude gibt es auch dieses Jahr eine Pagan Metal Band auf dem Aaargh. Ich habe einfach eine kleine Schwäche für das Genre. Wenn man es genau nimmt spielen Notgard eigentlich Melodic Death Metal, man hört aber sehr schnell die Pagan und Folk Einflüsse heraus.
Mit vier Alben haben sie seit der Gründung vor 10 Jahren in Deggendorf (Bayern) ordentlich Material geliefert und man darf gespannt sein, was sie uns Freitags vor Harakiri so um die Ohren hauen werden!

Holy Moses

Als Urgestein des deutschen Thrash Metal sind Holy Moses seit 1981 unterwegs und das schon seit Anfang an mit weiblichem… nennen wir es mal Gesang, denn die genretypische gutturale Stimme und das Growlen ist ja sonst eher Männerdomäne.
Die wegweisende Art der Band in Deutschland, sowie das mehr oder weniger aktive Bestehen seit über 35 Jahren spricht aber für den Erfolg und die Qualität der Truppe!

Wind Rose

Die als „Dwarfen Metal“ bekannte, laut ihrer Homepage Symphonic Metal Band , obwohl ich sie mehr dem Pagan/Power Mix zuschreiben würde, wurde 2009 in Italien gegründet.
Aus irgendeinem Grund fielen sie mir erst mitten 2017 auf, als ihr Musikvideo To Erebor im Internet viral ging, worauf ich auf YouTube noch mehrere epische Musikvideos von ihnen fand! Mir selbst gefällt ja vor allem The Returning Race besser als Erebor und da ich ja eine kleine Schwäche für Zwerge habe (Danke Markus Heitz) ist für mich neben der geilen Musik die Zwergen Thematik einfach nur ein „kleiner“ Bonus. Ob sie dann ja auch wirklich so klein sind wie man das von Zwergen gewohnt ist, oder es einfach nur mal wieder verdammte Vorurteile sind, sehe ich ja dann auf der Bühne, gerüstet sind sie jedenfalls in den Musikvideos wie Zwerge.
Musikalisch kann ich euch jetzt nicht viel mehr als auf YouTube sagen, da ich mir vorgenommen habe ihre drei Alben direkt bei ihnen zu kaufen, was leider erst am Aaargh Festival sein wird.
Ihren Gig mit Ensiferum in der Schweiz werde ich wegen der lang ersehnten Dark Troll Abwesenheit verpassen, die Götter haben schon einen komischen Humor für Terminkollisionen.

Firtan

2010 in Süddeutschland gegründet, spielen Firtan eine Mischung aus Black und Pagan Metal. Ihr Name bedeutet im Althochdeutschen so viel wie Gottloser oder Verfluchter, was man ihrer Musik auch anhört.
Deutsch, düster und hart ist das Prinzip der Songs, gemischt mit melodischen Elementen und wohl überlegten Texten. Und diese Mischung klappt meiner Meinung nach wunderbar!
Vor 4 Jahren kam mit Niedergang ihr letztes volles Studio Album heraus, die EP’s Wogen der Trauer 2013 und Innenwelt letztes Jahr vertrösteten ein wenig die Wartezeit bis jetzt endlich 2018 nach einem Besatzungswechsel ihr neustes Album auf die Scheibe gepresst werden soll.
Wie dieses düstere Meisterwerk heissen wird, ist noch in der Finsternis verborgen, aber ich werde es mir nicht nehmen lassen sie am Dark Troll, Aaargh und Wolfszeit immer wieder danach auszufragen. Für Interessierte haben sie auf ihrer Media Seite ein kleines gratis Sampler Pack bereitgestellt.

Silverbacks öf Death

Die Lokalmatadore des AAARGH Festivals, jedes Jahr auf der Bühne und am Bierstand sind die Silberrücken des Todes eine reine Cover Band, die ihre eigenen Versionen von Holy Diver, Ace of Spades, Iron Fist und anderen Metal Legenden spielen, was verdammt Laune macht!
Natürlich nicht zu vergessen das eigens für's Festival umgedichtete „Fear of the Dark“ als „Bier aufm Aaargh“!


Aus Platzgründen mal noch den Rest der Bands im Schnelldurchlauf:

  • African Corpse Moderne Thrash und Death Metal aus Deutschland Corpsewar

  • Convictive Femal Fronted Post Black Metal die mit Schemen diesen April ihr Debüt Album veröffentlicht haben. Rad der Zeit

  • Cross X Deutscher Hardcore Punk aus Ulm, seit 20 Jahren bestehend und auf dem Aaargh mit neuem Album What We Can Get unterwegs.

  • Darkfall Thrashed Death Metal aus Graz AT mit massig Musikmaterial und Memberwechsel die letzten 23 Jahre Ride Through The Sky

  • Disbelief Death Metal dessen Gesangspassagen von Melodien bis hin zu Bestiengschrei wechseln kann. The Symbol of Death

  • Escape from Wonderland Noch eher junge Hard/Metalcore Band die bis jetzt zwei EPs in Petto haben. Homecoming

  • Infected Chaos Aus dem Wrack von Chaosreign neu geschmiedet brach diese DE/AT Comboband mit The Wake of Ares in die Death Metal Szene und legte Ende 2017 mit Killing Creator noch zu Rise Battle Destroy

  • Killing Age Seit Ende März mit zweiten Album Devil’s Child unterwegs, wird mir die Band mal zeigen was Groov-Metal sein wird. Devil’s Child

  • Knaat Zur Release Show des neuen Albums war ich zwar in München, aber bei ner anderen Band. Daher werd ich diese Pagan Band auf’m Aaargh nachholen! Die Lichtung

  • Running Death Thrash/Speed Metal Mix aus dem bayrischen Kaufbeuren https://www.youtube.com/watch?v=4_drJcUud-o

  • Schrat Aus irgendwelchen Albtraumforsten gekrochen liefert (Wald)Schrat dieses Jahr auf der Lichtung finstersten Black Metal ab. Alptraumgänger

  • Skelfir Viking Death Metal Band aus dem Westerwald, vor allem die episch geschriebene Info auf FB gefällt mir, wird ich mir bestimmt ansehen! Unser Heer

  • Texas Cornflake Massacre Eine Zombietruppe mit Hunger auf Cornflakes verpackt in einer Metal Band mit Hang zu texanischen Horror Filme, das wird mal was ganz neues! Under The Red Surface

  • Traitor Harter Thrash Metal aus der Region BaWü, der an die glorreichen Zeiten der 80er Jahre des Genres Anknüpfen will Teutonic Storm

  • Warpath Hamburger Trash/Death Band aus den 90ern, die sich 2014 vereint und letztes Jahr ein Comeback Album veröffentlicht haben. Reborn

Ticketpreise

  • Vorverkauf 3 Tage € 44.00
  • Abendkasse 3 Tage € 55.00
  • Abendkasse Donnerstag € 11.00
  • Abendkasse Freitag € 22.00
  • Abendkasse Samstag € 33.00

AAARGH FESTIVAL HOMEPAGE

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DIE FESTIVAL SPECIAL SENDUNG FINDET AM 23. MAI 2018, VON 20-22 UHR AUF RADIO HELLVETIA STATT!

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